Brattig Markt
Brattig Markt

aktuelle Ausgabe

Die «Seetaler Brattig» 2019 – «Gschechte vo geschter, Lüüt vo hött, Idee’e vo morn»

Das Seetal blüht. Storchschnabel und Stiefmütterchen, Schlüsseli und Schneeglöcklein. Bloss das Strohblümchen findet sich selten mehr in einem Bauerngarten.

Und die Brattig gedeiht. Vor nunmehr 41 Jahren erstmals ausgesät, hat sich das damalige zarte Pflänzchen zu einer Art entwickelt, die zwischen Aesch und Emmen gut heimisch geworden ist und deren Früchte jeweilen Ende Weinmonat erntereif sind. Selbige schmecken jung am überraschendsten, sind aber lange haltbar und können wiederholt genossen werden. Es gibt nicht wenige Brattig-Gärtnerinnen und -Gärtner, welche alle bisherigen Jahrgänge eingelagert haben und in ruhigen Stunden gerne auch von den früheren kosten. Für sie bepflanzen wir Brattig-Macherinnen und -Macher unseren Garten mit «Gschechte vo geschter, Lüüt vo hött» und «Idee’e vo morn» besonders gerne. Die Brattig-Beetli bedürfen freilich besonderer Pflege, denn werden sie nicht Herbst für Herbst von vielen Händen abgeerntet und Frühling für Frühling ordentlich gedüngt, wächst darauf nichts Druckfertiges.

Den neumodischen Begriff Biodiversität kannten die Brattig-Gründer noch nicht, als sie Ende der Siebzigerjahre mit der Brattig die ersten Aussaatversuche machten. Zur Artenvielfalt Sorge tragen müssen wir im Seetal aber mittlerweile schon. Denn jener Paradiesgarten aus der Bibel ist das Seetal längst nicht mehr, wenngleich Eva hier mittlerweile aus Dutzenden Apfelsorten auswählen könnte. Doch es gibt um den Baldeggersee zum Glück viele Menschen, die sich mit Hingabe darum kümmern, dass es in unserem Tal auch fürderhin mannigfaltig kreucht und fleucht.

Die Brattig befindet sich – ein Glück auch dies – nicht auf der «Roten Liste» der gefährdeten Arten. Als Teil der kulturellen Biodiversität des Seetals hat sie indes Zuwendung in anderer Hinsicht vonnöten: durch den – siehe oben – jährlichen Kauf und Konsum vermittels einer zahlreichen Leserschaft, die Wertschätzung durch Rückmeldungen und Anregungen, die Unterstützung durch Inserate. Dass all dies zahlreich geschieht, dafür sind wir dankbar.

Speziell erwähnenswert sind die in diesem Jahr besonders gelungenen und zahlreichen Illustrationen von Ludwig Suter. Sie verleihen der 41. Ausgabe der Seetaler Brattig wie gewohnt das gewisse Etwas.

«Seetaler Brattig», 41. Jahrgang, 2019, Verlag SWS Medien AG Print, Hochdorf, Fr. 15.–, erhältlich beim Verlag und im Buchhandel oder im Online-Shop.

 

Seetaler Brattig ⎟ Ein Produkt der SWS Medien AG Print ⎟ www.swsmedien.ch